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Die Sprache des anderen lernen |
Wissen Sie, dass es manchmal sehr nützlich ist, auf polnisch sagen zu können : Wohnen Sie bei Ihren Eltern? Sind Sie jetzt in Urlaub? (mieszka pani u rodziców? jest pani na wakacjach?) . Dass Polnisch nicht schwieriger auszusprechen ist, als Englisch ? (Wenigstens für einen Franzosen, aber das ist natürlich kein Argument für Bantusprecher). |
Bald wird die Globalisierung unsere Welt in ein Dorf verwandeln, und wir kommen dem Anderen näher, auf die Gefahr hin, ihn seiner Einzigartigkeit zu berauben. Denn es genügt eben nicht, in der Schule Englisch zu lernen, um sich mit der ganzen Welt unterhalten zu können. Bestenfalls wird man nur mit einer kleiner Schicht von Gebildeten diskutieren können, meistens sogar nur mit Fachleuten des Handels und des Tourismus. Nichts ist einfacher als einen Hotdog und eine Flasche Cola in schlechtem Englisch zu bestellen, und dabei als ein Geldbeutel auf Beinen angesehen zu werden. Wenn man aber fremde Kulturen entdecken will, ist dieses schlechte Englisch meistens eher ein Hindernis. |
Cioran hat gesagt: man lebt nicht in einem Land, sondern in einer Sprache. Man kann sehr wohl viel reisen, ohne den anderen kennen zu lernen. Wer aber eine Sprache erlernt, selbst eine tote Sprache, entdeckt zugleich eine andere Kultur, eine neue Weltsicht, schaut über den eigenen Tellerrand hinaus-, legt Vorurteile ab, redet nicht mehr «wie jedermann», denkt nicht mehr wie Obelix: die spinnen, die Römer. Aber um eine Sprache wirklich zu beherrschen, muss man als Kind anfangen, sobald die Sprachfähigkeit sich entwickelt, wenn möglich vor dem achten Lebensjahr. Danach ist es zwar immer noch möglich, aber das Gehirn ist nicht mehr so aufnahmefähig; die Ausprache- und Ausdrucksgewohnheiten sind tief verwurzelt, und jede andere Sprache scheint einem als etwas Lächerliches und Absurdes. Wahrscheinlich gerade deswegen fängt man in Frankreich erst mit 12 an, fremde Sprachen zu lernen, denn so ist es fast sicher, dass die Franzosen sie nie korrekt sprechen und verstehen werden. Sie werden also nicht versucht, die falschen Ideen der Ausländer aufzunehmen. Bis auf eine kleine Elite im 16. Arrondissement, aber nur was das Englische betrifft. |
Es wird den Franzosen nachgesagt, dass sie nicht sprachbegabt sind. Das stimmt, unter anderem aus den obengenannten Gründen; und auch deswegen, weil Französisch früher die internationale Sprache der europäischen Elite war (Leibniz schrieb auf Französisch), ja sogar in der ganzen Welt, was dazu führte, dass vielen das Erlernen einer ganzen Reihe von Sprachen erspart blieb, wie Arabisch, Bambara, Vietnamesisch. Und dass vielen anderen diese Sprachen verloren gingen . Und es stimmt doch auch wieder nicht. Unter anderem weil die Tschechen und Schweden, die uns diesen Vorwurf machen, nur Englisch meinen und nicht die Vielfalt der Sprachen, ja sogar nicht ihre eigene! Wenn die Kinder der Reichen aber Englisch lernen, könnten die Kinder der Proleten, die gar nicht so blöd sind wie es im 16. Arrondissement behauptet wird, auch Polnisch und Bantu lernen. Jedes sprechende Wesen kann verschiedene Sprachen erlernen, und die Kenntnis einer Sprache wird die andere nicht beeinträchtigen, im Gegenteil. Die Zweisprachigkeit, die in den reichen Vierteln angestrebt wird, ist meistens nur eine englisch-französische (bzw. englisch-tschechische oder englisch-schwedische) Zweisprachigkeit, die heimtückisch zu einer universellen englischen Einspra-chig--keit führt, genauso wie die französisch-okzita-nische Zweisprachigkeit zu einer französischen Einsprachigkeit geführt hat. Denn Sprache ist ein Mittel der Macht. Französisch war die Sprache des französischen Zentralismus und Imperialismus, Englisch ist die Sprache der unter amerikanischer Obhut geführten Globalisierung. Und Einsprachigkeit ist ein sicheres Mittel, sich gegen die Proteste gewisser Anders-denkender zu wappnen. Die Regionalsprachen Frankreichs sind verschwunden, weil sie als wertlos betrachtet wurden. Das gleiche gilt für die Sprachen der Immigranten. Man wird selten von einem Kind behaupten, das französisch in der Schule und arabisch zu Hause spricht, dass es zweisprachig ist. Man wird eher denken, dass die Sprache seiner Familie ein Hindernis ist für seine Leistung in der Schule. Was völlig absurd ist. Das Hindernis ist eher die Tatsache, dass die ursprüngliche Kultur und Sprache seiner Familie gezielt verachtet wird. Diese Verachtung wird von den Eltern gespürt und sogar oft übernommen, und sie finden es dann besser, mit ihrem Kind ein schlechtes Französisch zu reden, als ihre Sprache. Was für das Sprachniveau des Kindes fatal ist, weil es seine Eltern als Muster betrachtet. Wobei es ein Vorteil wäre, wenn es beide Sprachen beherrschte. |
Für das Kind ist das Problem aber einfach, man soll es bloß von seinem «Ausländerkomplex» befreien. Für uns Einsprachler ist es etwas komplizierter. Denn um die Vielfalt der Sprachen, den sprachlichen Reichtum der Menschheit zu verteidigen, genügt es nicht, englisch nicht zu reden. Der Englischsprechende ist auch ein "Anderer". Wenn wir nicht wollen, dass bald alle Städte der Welt wie das Zentrum Prags aussehen, dieses ein scheußliches "basic english" redende, Macdo und Kentucky-Fried-Chicken essende, Cola trinkende Touristenparadies oder eher -hölle, genügt es auch nicht, dass jeder ängstlich seine eigene Sprache verteidigt, wie es manchmal die Französisch redenden Kanadier gegen Englisch oder die Flamen gegen Französisch tun. Man muss Sprachen lernen. Natürlich nicht alle. Obwohl die Zahl der Sprachen, die man lernen kann, wahrscheinlich viel höher ist als man es gewöhnlich annimmt, vielleicht ein paar Dutzend, wenn man geschickt vorgeht. Und man wird sowieso nicht überall hinreisen und mit sechs Milliarden Menschen reden. Selbst mit zehntausend nicht. Kann man denn selbst mit einer einzigen Person wirklich echte Beziehungen haben ? Wenn ja, braucht man nicht einmal zu reden! Aber werden wir nicht zu romantisch. Nehmen wir an, Sie hätten aus reinem Zufall die Sprache einer Menschengruppe aus Borneo gelernt, die weniger als tausend Sprecher zählt; wäre das nicht eben ein Grund, sich für diese Leute zu interessieren? Es ist höchst wahrscheinlich, dass sie Interessanteres anzubieten haben als zum Beispiel die Cowboys des Farwest, obwohl von letzteren viel öfter gesprochen wird. Es ist sogar anzunehmen, dass Sie bei diesen Leuten vieles entdecken werden, was sie im Macdonald um die Ecke nicht finden. |
Gut, aber wir haben meistens keine fremde Sprache vor unserem zwölften Lebensjahr gelernt, und das noch unter sehr schlechten Bedingungen. Weil jeder davon tief überzeugt war, dass es eigentlich unmöglich und nutzlos sei, und dass man mit den paar Brocken Deutsch sowieso nicht kommunizieren können werde. Ein Beweis: man musste "das schöne Mädchen, dem schönen Mädchen, des schönen Mädchens, das schöne Mädchen" psalmodieren, und wen könnte ein so blödes Geplapper interessieren? Sicher nicht besagtes schöne Mädchen. Deutsch war wie Latein ein Pensum : rosa rosa rosam, rosae rosae rosa, das hilft einem nicht einmal, Vergil zu lesen, der nie so einen Blödsinn geschrieben hat. Wie es Anna Lietti sagt (lesen Sie ihr Buch, wenn schon jemand das gleiche denkt wie ich und das Glück hat, veröffentlicht zu werden): Deutsch ist in der Schule nur ein Fach, und ein Fach spricht man nicht. Eine Sprache ist ein Werkzeug der Kommunikation, und Grammatik hilft einem dabei. Sie wurde nicht von alten Sadisten erfunden, nur um Schüler zu quälen, obwohl es genau ihr Eindruck ist, ja ihre tiefe Überzeugung, die von den angewandten Methoden gestärkt wird. Wobei es nicht uninteressant ist, "die schönen Blumen" als Akkusativobjekt von "dem schönen Mädchen", Dativobjekt zu unterscheiden, wenn Sie ihr zum Beispiel Blumen schenken wollen. Wenn Sie es aber vorziehen, den ehemaligen Kanzler zu Sauerkraut einzuladen, spielt es natürlich keine Rolle, das Prinzip ist das Gleiche. |
Aus diesen Gründen habe ich mich entschlossen, obwohl ich ein paar Dutzend Jahre hinter mir habe, polnisch zu lernen. Suchen Sie keine besonderen Gründe, es gibt keine. Oder nur sehr vage: Polnisch ist nicht zu leicht für einen Franzosen, wie etwa Italienisch, das es wagt, d'accordo statt d'accord zu sagen (prüfen Sie es nach, es ist kein Scherz); und auch nicht so unwahrscheinlich wie Chinesisch, wo alle Wörter einsilbig und unveränderlich sind, aber gesungen werden müssen; und wenn Sie falsch singen können Sie missverstanden werden, Sie sagen zum Beispiel "gehen wir einen kippen", und die Auserwählte versteht "scher dich zum Teufel" und ohrfeigt Sie. Es hätte aber auch schwedisch sein können und wird es vielleicht eines Tages sein. Nehmen Sie den "Assimil", für einen Anfänger ist es völlig ausreichend . Hauptsache, Sie sind motiviert. Sobald Sie genügende Grundelemente beherrschen, müssen Sie sich in eine Lage versetzen, in der Sie etwas zu sagen haben. Das beste wäre, eine Polin oder einen Kanzler in der Nähe zu haben, um ihr oder ihm Blumen oder Sauerkraut schenken zu können. Aber selbst in der Pariser Metro gibt es sie nicht immer, und wenn es sie gibt, haben Sie dann keine Blumen und kein Sauerkraut bei sich, die dazu noch frisch sein müssen; und wenn alle diese höchst unwahrschein-lichen Bedingungen trotzdem erfüllt sind, werden Sie viel wahrscheinlicher nur eine Ohrfeige des polnischen Ehemannes oder der Kanzlergattin ernten. Und das wird allmählich zuviel mit den Ohrfeigen. |
Deswegen soll man dem Zufall Hilfe leisten und um einen Tisch ein Dutzend Personen zusammen-bringen, die die gleiche Grille haben, nämlich die Sprache des anderen lernen und nicht nur von ihm erwarten, dass er die unsere lernt; fügen wir ein paar Polnisch Redende hinzu, denen man das Spiel erklärt hat; stellen wir ein paar Gerichte auf den Tisch, samt guten Flaschen eines Getränkes, das die Hemmung etwas schwächt. Kräftig schütteln.. ach nein, Bier und Wein darf man eben nicht schütteln. Und dann wird polnisch gesprochen. Die Polen und Polinnen sind dazu da, Ihnen zu helfen und Ihre Fehler sanftmütig zu verbessern. Sie dürfen sich natürlich Notizen machen und vor der nächsten Sitzung arbeiten, um vor den anderen angeben zu können. Polnisch kann durch eine beliebige Sprache ersetzt werden (aber bitte nicht durch Englisch, sonst ist meine ganze Erklärung umsonst gewesen). Sie finden aber nicht Sprachbücher in allen Sprachen, und wenn Sie zum Beispiel Khanty-Mansy lernen wollen, werden Sie wahrscheinlich einen Autochthonen brauchen, der für Sie den Assimil übersetzen kann (fahren Sie Richtung Wladiwostok, ich weiß nicht mehr genau, wo Sie aussteigen müssen, aber sie können den Zugbeamten fragen, dessen Sprache Sie im voraus erlernt haben müssen, aber das ist jetzt kein Problem, Sie kennen ja das Prinzip). |
Bleibt noch ein Problem. Vorausgesetzt, Sie steigen im richtigen Bahnhof ein, werden Sie Sprecher einer beliebigen lebendigen Sprache finden. Aber Verrückte, die die gleiche Sprache lernen wollen, wie Sie, sind leider seltener als Dickköpfe, die meine glänzende Beweisführung nicht akzeptieren und weiter in schlechtem Englisch reden und Cola trinken werden. Wir müssen also eine kleine Umfrage machen: wer spricht ein bisschen polnisch, rumänisch, hebräisch, arabisch (bitte die Waffen in der Garderobe abgeben), ungarisch, persisch... (ich höre auf, denn es gibt sowieso viele Sprachen, von denen ich nie etwas gehört habe, und Sie übrigens auch nicht). Wer ist bereit, mit diesen Sprachen mit mehr oder weniger ehrlichen Mitteln anzufangen ? Letzte Frage, die gar nicht eitel ist: was essen wir und wann ? |
Kunigunde, möchtest du Käse ? Chcesz sera ? Quieres queso ? (Zusammenfassung des ersten Kapitels: Englisch genügt nicht zum Glück der Menschheit; Kommen Sie mit mir, ich zeig Ihnen einen Trick, um polnisch zu lernen) |
Wir haben also ein Dutzend Personen um einen angenehm einladenden Tisch zusammengebracht. Für Menschenwärme sorgen wir selber. Für das Kochen werden einige Freiwillige ernannt. Diese Personen, die sich nicht zu sehr hassen dürfen, sonst stört es, verteilen sich (ich sage nicht "vermehren sich", also dürfen sie sich auch nicht zu sehr lieben) in drei Hauptkategorien: 1. die Motivierten und nicht ganz Schwachen, die die eigentliche Kundschaft bilden; 2. die gar nicht Schwachen, die helfen (oder auch angeben) können; 3. die kompetenten Sprecher, die wir "Referenten" nennen werden, die die wichtigste Rolle innehaben, denn sie sollen a) den Motivierten helfen, was eine gewisse Klugheit verlangt, denn es heißt, ihre Gedanken erraten (aber nicht erfinden !), bevor sie fertig ausgedrückt sind b) die Fehler sanft aber streng verbessern; nicht zu oft, um die lernenden nicht abzuschrecken, aber oft genug, damit sie sich allmählich die Fehler abgewöhnen. Ich sehe Leute, die Fragen stellen wollen, ja bitte ! Kann man sich Notizen machen? Ja, aber achten Sie auf Fettlecken auf dem Papier, und verwechseln Sie nicht die Gabel mit dem Kugelschreiber. Müssen alle das gleiche Niveau haben? Nein, aber die starken dürfen die schwachen nicht verscheuchen. Außerdem brauchen Sie ein Minimum, um den Käse verlangen zu können, sonst laufen Sie Gefahr, zu verhungern, bevor die anderen Ihre unverständlichen Gebärden verstehen. Die Anfänger sollen sich also dem Assimil zuwenden, oder wenigstens den Minisprachfibeln von Auberbabel. Es wird doch gesagt: mit vollem Munde spricht man nicht. Was nun? Das stimmt, und außerdem stört es die richtige Aussprache. Aber beobachten Sie Leute bei Tisch : sie essen doch nicht dauernd. Wovon werden wir reden ? Das ist doch eben schon ein Thema ! Wir können darüber diskutieren, was es zu besprechen gibt. Außerdem hat man oft zuviel zu sagen : die Suppe ist kalt, zu salzig usw. Wer könnte bloß Bambara lernen wollen? Der französische Schriftsteller Christophe meinte, zwei Sorten Personen sollten sein Buch "Die Familie Fenouillard" besitzen: erstens, diejenigen, die Zahnärzte sind, und zweitens, diejenigen, die es nicht sind. Das gleiche gilt für das Erlernen des Bambara: erstens die Kinder dieser Leute, damit sie mit den Großeltern reden können, zweitens alle anderen, damit sie mit den gleichen reden können; was natürlich impliziert, dass sie kontaktfreudig sind; das schließt also die Stänker aus, was wiederum nicht schlecht ist. Sie reden, Sie reden, aber wann fängt es endlich an? Gute Frage, ich danke Ihnen, sie gestellt zu haben und stelle sie weiter unseren sympathischen Referenten, Vereinsmitgliedern und Stammgästen der Sprachmahle, die sich seit ein paar Jahren ab und zu zusammenfinden um Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Rumänisch, Niederländisch, Deutsch, Jiddisch, Polnisch, Russisch, Tschechisch, Serbokroatisch, Persisch, Türkisch, Georgisch, Arabisch, Hebräisch, Japanisch, Chinesisch, und sogar Französisch zu üben. Sie dürfen aber auch die Initiative ergreifen und selber was organisieren. |
Einiges über die Minisprachfibeln |
Aussprache. Jede Sprache besitzt seine eigene Phonologie, seine besondere Intonation usw. Es ist Teil ihres Reizes. Deswegen haben Ausländer meistens einen Akzent, wenn sie französisch reden, und umgekehrt. Dieser Akzent kann manchmal als reizend gelten, weil er eben die Spur des Reizes der fremden Sprache ist. Er darf aber nicht zu stark sein, sonst stört er die Verständigung : je leichter, desto reizender. Versuchen Sie also, den Referenten nachzuahmen, die Gefahr ist nicht groß, dass der Akzent (und mit ihm der mutmaßliche Reiz) vollkommen verschwindet. Französisch hat zum Beispiel eine sehr besondere Musik: nur eine leichte Hebung auf der letzten ausge-sprochenen Silbe, ungerolltes R, usw. Wobei in vielen anderen Sprachen das R gerollt wird und die Hebung oft (aber nicht immer, machen wir es uns nicht zu leicht) auf die vorletzte Silbe fällt. Viele Sprachen besitzen Phoneme, die in der eigenen nicht existieren (den Achlaut gibt es z. B. im Franzö-sischen nicht). Es gehört also etwas Übung dazu, sie zu beherrschen. |
Was die Sprachen anbelangt, die nicht mit lateinischen Buchstaben geschrieben sind, geben wir gleich eine Umschreibung, damit die Lernenden nicht gleich auf einmal mit allen Schwierigkeiten konfrontiert werden. Diese Umschreibung ist nicht die offizielle Transliteration, die oft unlesbar ist . Sie beruht auch nicht auf die Rechtschreibung des Französischen (die besonders inkohärent ist) oder des Deutschen oder irgend einer anderen Sprache; es ist nur ein möglichst einfaches, praktisches System, das jedesmal erklärt wird. Die Umschreibung ist sowieso nur eine vorläufige Hilfe und die richtige Aussprache wird von den Referenten gegeben. Und Sie dürfen sich nicht von einem fremden Alphabet abschrecken lassen: es sind nur etwas mehr als 20 Zeichen. Was aber die Sprachen anbelangt, die mit lateinischen Buchstaben geschrieben sind, muss man sowieso die Regeln der Rechtschreibung und der Phonetik lernen; was man zum Beispiel auf deutsch sch schreibt wird auf französisch ch, auf englisch sh, auf polnisch sz, auf ungarisch s geschrieben. U wird auf französisch und niederländisch wie ein deutsches ü ausgesprochen. Das polnische y existiert im deutschen und im französischen nicht, usw. |
Die Grammatik: Wie oben erwähnt ist Grammatik dazu da, damit wir uns genau ausdrücken können, und nicht um uns zu quälen. Wir geben also einige Erklärungen, damit auch Anfänger eine kleine Chance haben, korrekte Sätze zu bilden. Einem Engländer muss man zum Beispiel erklären, dass es im Deutschen drei Genera gibt, und dass es oft unmöglich ist, sie zu erklären oder vorauszusagen. Einem Franzosen muss man erklären, dass in gewissen Sätzen das Verb im Deustschen am Ende stehen muss. Sonst sind diese armen Unwissenden dazu verurteilt, nur sogenanntes "gebrochenes Deutsch" zu kauderwelschen und sich lächerlich zu machen, und das wollen doch die meisten eben nicht. |
Die Sätze: Wir haben eine kleine Liste von Sätzen gebastelt, die es den Anfängern ermöglichen, schon beim ersten Sprachmahl einiges nicht uninteressantes zu sagen. Auf einer einzigen Seite. Diese Liste ist das Ergebnis unserer Erfahrung. Sie dürfen aber natürlich einige Sätze als doof betrachten und andere nicht vorhandene als viel wichtiger. Sprachen treten oft nicht einzeln auf, sondern in Familien. So werden sie auch in unserer Broschüre vorgestellt : romanische Sprachen (spanisch katalanisch italienisch französisch portugiesisch rumänisch), germanische (deutsch niederländisch, jiddisch, und bald auch norwegisch, schwedisch), slawische (polnisch russisch serbokroatisch tschechisch (und bald auch ukrainisch), usw. Man muss eben wissen, dass es leichhter ist, eine Sprache zu lernen, wenn man schon eine verwandte Sprache beherrscht. |
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